_
 
::: Art Club Imst ... Kultur, die Spaß macht :::  
     
  Kulturherbst 2012  
     
  > 25. Okt. 2012 - Markus Koschuh  
  > 28. Nov. 2012 - Hans Theessink & Terry Evans  
  > 13. Okt. 2012 - Irish Christmas Festival  
     
  Donnerstag, 25. Oktober 2012 - Markus Koschuh - Agrargemein  
     
 
> Beginn: 20:00 Uhr
> Veranstaltungsort: Pfarrsaal Imst
> Eintritt: € 15,00
> Karten: alle Raiffeisenbanken (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder),
Ö-Ticket, Sonnenladele Imst
 
     
  Markus Koschuh Markus Koschuh  
     
  AGRARGEMEIN - ein bitterböses, wahnwitziges Kabarettprogramm - quasi ein Tiroler Sittenbild  
     
  Die Allermeisten reichen heiße Kartoffeln gerne weiter, nicht so Kabarettist Markus Koschuh. In seinem neuen Programm AGRARGEMEIN beackert Koschuh das milliardenschwerste Tirol-Thema der letzten Jahrzehnte und zerlegt es in seine Einzelteile: die Vorgänge rund um jene Agrargemeinschaften, die aus Gemeindegut hervorgegangen sind, und die seit wenigen Jahren DER politische Dauerbrenner sind. Die Komplexität des Stoffs, "der für fünf Hollywood-Thriller und 10 'Tatorte' reichen würde", hat es Koschuh dabei speziell angetan: "Es war verrückt, sich dieses Themas anzunehmen, nach monatelanger Recherche und unzähligen Stunden der Ideenfindung liegt nun aber ein Programm vor, dass die Materie in ihre Einzelteile zerlegt und Lachtränensäcke nachhaltig entleert." AGRARGEMEIN - ein bitterböses, wahnwitziges Kabarettprogramm, das Tirol so noch nicht gesehen haben wird und gut und gerne als Tiroler Sittenbild gelten könnte.  
     
  Markus Koschuh  
     
 

AGRAR.GEMEIN - Premierenkritik, Tiroler Tageszeitung:
"STATT ORTSTAFELN a bissl GRUND VERSCHOBEN" (von Alexandra Plank)

 
     
 

Koschuh singt inbrünstig die heimliche Hymne der Tiroler „Dem Land Tirol die Treue“ bei der Premiere im Treibhaus.

Gleich vorneweg: Matschige Tomaten und faule Eier gibt es für den Kabarettisten Markus Koschuh bei der Premiere seines bitterbösen Programms „Agrargemein“ keine – vielmehr Lachsalven und Szenenapplaus. Für Begeisterungsstürme sorgt der von ihm verkörperte Guerilla der BBA (Bäuerliche Befreiungsarmee Agrar), in dessen Patronengürtel Kartoffeln stecken.
Anzunehmen, dass einem Mann im Publikum aber nicht zum Lachen zumute war. Realsatire ist weniger witzig, wenn man sie am eigenen Leib erlebt. Josef Guggenberger, ehemaliger Vorstand der Agrarbehörde, der mit dem „Fall Mieders“ die Agrar-Causa ins Rollen brachte und sich daraufhin, aus seiner Sicht, mit „systematischem Mobbing“ konfrontiert sah, ließ sich die humoristische Aufbereitung dennoch nicht entgehen. Dass Koschuhs Programm, in dem er die Agrarier gehörig auf die Schaufel nimmt, politischen Zündstoff birgt, ist dem Besucher rasch klar, wenn er den Blick durch die Reihen gleiten lässt. Bürgerforum-Chef Fritz Dinkhauser hat sich ebenso eingefunden wie Georg Willi von den Grünen. Zudem mischen sich Hanns-Peter Adami, einstmals Boss des Agrarmarketings, und Fritz Hakl, Ex-Chef der Raiffeisenlandesbank (RLB), unters Volk.

Neben den üblichen Verdächtigen aus der Kulturszene werden aber auch Jungbauern gesichtet, die sich ins Fäustchen lachen. Zweifel, ob es Koschuh gelingen würde, den recht komplexen Sachverhalt auf den Boden zu bringen, zerstreuen sich rasch. In seinem schlauen Lexikon findet sich nämlich eine ebenso simple wie absurde Erläuterung von Tirols Streitthema Nummer eins. Als „atypisches Eigentum“ bezeichnet der Kabarettist den Umstand, dass jemandem (den Gemeinden) ein Besitz weggenommen wird und anderen (den Agrariern) übertragen wird, die dann den Gewinn abschöpfen.

Mit zahlreichen umgetexteten Liedern (Koschuh muss sich als Sänger nicht verstecken) transportiert der Kabarettist seine Botschaft: Es sind die Agrarier, es sind die da oben, die es sich seit Jahrzehnten richten. Eine reduzierte Anklage, die so an einem Stammtisch fallen könnte, wenn dort nicht wiederum die Bauern sitzen würden.

Landtagspräsident Herwig van Staa ist ebenfalls anwesend, allerdings als perfekte Parodie auf der Bühne. Er spricht den Agrariern Mut zu. Ein Bauernvertreter, der zugleich Bürgermeister ist, tritt auf, um das Schicksal eines verarmten Bauern zu beklagen und dem Spielsüchtigen aus der Patsche zu helfen, gemäß dem Agrarier-Motto „Wir sind nicht da, um über jemanden zu richten, sondern es den Unsrigen zu richten“.

Höhepunkt des Abends, der von Yvonne Kathrein auf der Harfe begleitet wird (Licht Tom Neumayr), ist die Rede eines Vertreters der Kärntner Landmannschaft. Er gibt den Agrariern wegen konsequenten Ignorierens der Urteile des Verfassungsgerichtshof (VfGH) den Pokal „VfGHhahaha“ weiter. „Wir haben nur die Ortstafeln verschoben, ihr aber habt a bissl Grund verschoben. Wir haben nur die Slowenen beschissen, aber ihr bescheißt eure eigenen Leute“, erklärt er. Auch LH Günther Platter bekommt sein Fett ab. Seine Stellungnahme: eine leere Seite. LR Anton Steixner wird mit dem schmachtenden „Toni, Toni“ (ursprünglich Angie) besungen. Ein Programm voller Witz, ein Feuerwerk an Ideen, bei dem es einem wie Schuppen von den Augen fällt.

Tiroler Tageszeitung, Fr, 03.02.2012

 
     
   
_